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Keimrad
Es dreht sich ums Keimen

Es dreht sich ums Keimen.

Warum die Natur mehr kann, als die Chemie verspricht.

Tiere fressen gern gekeimte Samen. Die Idee, gekeimtes Getreide zu verfüttern, ist fast so alt wie die Nutztierhaltung an sich. Doch seit sich Enzyme, Vitamine und Aminosäuren künstlich herstellen lassen, ist diese altbewährte Methode leider immer mehr in Vergessenheit geraten.

Aus der Überlegung heraus, hochwertige Eiweißkomponenten einzusparen, entstand letztendlich die Idee, wieder gekeimte Körner zu füttern. Durch Tests wurde bestätigt, dass damit Leistungen möglich sind, denen herkömmliches Futter nicht nachkommt. Und das bei besserer Tiergesundheit!

Keime
Kornfeld
Das
Unternehmen

Die Entstehung des Keimrades

Damit auch in der Massentierhaltung die Möglichkeit besteht, gekeimtes Getreide selbst herzustellen und zu verfüttern, begann Manfred Söllradl, Geschäftsführer der Eiermacher GmbH im Jahr 2009 mit Versuchen, für größere Hühnerherden Futter zu keimen. Er entwickelte dazu eine Technik, die Samenkörner auf hygienische und effiziente Art und Weise innerhalb von 72 Stunden zu Keimlingen verwandelt, woraus der erste Prototyp des Keimrades entstand. In den nächsten Jahren wurde dieser Prototyp stets verbessert und weiterentwickelt.

Im Jahr 2018 begann die erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Firmen “Thomas Lehner e.U.” und der “Söllradl GmbH”.
Nach ein Entwicklungszeit von zwei Jahren wurde das Keimrad 1800 zur Serienreife konstruiert und in der Praxis erprobt.

 

Das
Keimrad

Gut gekeimt in 72 Stunden.

Das Keimrad ist eine liegende Trommel mit sechs
A Kammern. Die Kammern werden von oben her
automatisch befüllt B. Wir geben den keimenden
Samen im Keimrad zu Beginn der Keimung mehr
Wasser, später weniger. Dabei wird das Keimgut auch
gründlich gereinigt – zum Beispiel von ­anhaftenden
Schimmelpilzen. Durch die Drehung der ­Keimtrommel
werden die Samen sanft gewendet und gleichmäßig befeuchtet.

Am Ende des Keimvorgangs
werden die Kammern nach
unten hin entleert C.

Wenn wir eine Keimdauer von 72 Stunden annehmen, dann
können pro Tag zwei Kammern befüllt und entleert werden.

Wann sind die nächsten Samen im Keimrad fertig gekeimt? Wie hoch ist der Wasserverbrauch? Sind alle Kammern belegt?

Über einen Touchscreen lassen sich die wichtigsten Informationen zum Keimrad ablesen. Hier können auch die Menge des Keimguts sowie die Bewässerungs- und Pausenzeiten eingestellt werden.

Neben dem automatischen Ablauf lassen sich die meisten Funktionen auch manuell bedienen.

Die
Messungen

Das lässt sich messen.

Während der Keimung erhöht sich der Gehalt vieler ­Vitamine: Ascorbinsäure (Vitamin C) ist zum Beispiel im ­trockenen Weizenkorn nicht nachzuweisen. Der Gehalt steigt nach vier Tagen Keimung auf 47 Milligramm pro ­Kilogramm. B-Vitamine steigen in der selben Zeit stark an, ebenso E und K1.

Veränderung des Vitamingehalts während der Keimung von Weizen
Veränderung des Aminosäuregehalts während der Keimung von Weizen
Veränderung des Stärke- und Maltose­gehalts während der Keimung von Weizen
Die
Keimung

Vom Korn bis zum Keimling.

Enzyme wandeln Stärke in Zucker um – die gekeimten ­Samen schmecken süß. Wenigstens ein halbes Dutzend ­Vitamine bilden sich.
Aus Proteinen bilden sich freie ­Aminosäuren. Die Verdaulichkeit des Futters erhöht sich. Der Gehalt an Enzymen steigt stark an – zum Beispiel die alpha-Amylase, die Stärke zerlegt.

Die Keimung von Samen ist ein Vorgang, den Pflanzen meist recht genau kontrollieren können. Samen sollen nur dann keimen, wenn sie auch Chancen zum
Überleben haben.

Um die Keimruhe zu überwinden, braucht es Wasser – zum Quellen des Samenkornes. Mit der ersten Wasseraufnahme beginnt ein kompliziertes Räderwerk zu laufen. Pflanzliche Hormone und Enzyme bereiten die eigentliche Keimung vor.

Reservestoffe werden zerlegt:

  • Stärke zu Zucker
  • Proteine zu Aminosäuren
  • Fette zu Fettsäuren

Durch die Zerlegung dieser Reservestoffe kann der Embryo wachsen, was dazu führt, dass die Keimwurzel die Samenschale durchbricht.

Dabei entstehen Stoffe, die nirgends sonst in der Pflanze so konzentriert vorkommen:
Enzyme, die Zellulose zerlegen oder Stärke spalten können.

Für Tiere und auch für uns Menschen sind diese Inhaltsstoffe der gekeimten Samen sehr wichtig. Sie helfen, die Nahrung besser zu verwerten und erhöhen die Verdaulichkeit.

Das
Keimrad 1800

6 Kammern á 300 Liter Fassungsvermögen für jeweils rund 75 Kilogramm Keimgut

Außenmaße:
Breite: 201,1 cm | Höhe: 280,3 cm | Tiefe: 190,2 cm

Funktionen der automatischen Steuerung:
Befüllen, ­Entleeren, Bewässern, Reinigen, Pausen- und ­Bewegungszeiten. Die Befüllung und Bewässerung wird über integrierte Wiegestäbe geregelt.

Notwendige Anschlüsse:

  • Wasser ½” bis ¾”
  • Wasserverbrauch ab ca. 800 Liter pro Tag
  • Stromversorgung 400 V,  16 A
  • Stromverbrauch ca. 2 kWh pro Tag

Die Steuerung des Keimrades lässt sich an unterschiedliches Keimgut anpassen. Bewässerungs-, Quell- und Bewegungs­zeiten lassen sich beliebig verändern. So können sorten­reine Getreide ebenso gekeimt werden wie Leguminosen oder Gemenge.

Keimdauer:
Die Keimdauer beträgt im Normalfall drei Tage.
Bewässert und im Sommer gekühlt (im Winter gewärmt) wird das Keimgut mit frischem Wasser – während drei Tagen Keimzeit rund 50 Mal.

Keimrad 1800

Die Türen A des Keimrades laufen auf Rollen entlang einer Kurvenbahn. ­Damit öffnen und schließen sie automatisch.

Der Motor B des Keimrades überträgt seine Drehung über ein großes ­Zahnrad C auf die Trommel des Rades.

Die Befüllung des Keimrades, die ­Bewässerung und die Entleerung werden über Wiegestäbe D gesteuert.

Führungsrolle
Zahnkranz
Wiegestab
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